#Kuba

#Kuba Magazin von Patrick Ludolph

Nachdem ich Euch #Singapur aus der Hashtagreihe von Patrick Ludolph vorgestellt habe, ist Anfang März das dritte Heft, #Kuba erschienen. Diesmal ist es keine Themenmischung, sondern das Heft widmet sich ganz dem Thema Kuba. Neu ist, dass Patrick diesmal mit Texten seine Eindrücke beschreibt. Christiane war 2015 ebenfalls in Kuba und so habe ich ihr das Heft geschenkt. Sie war so begeistert, dass sie auf die Idee kam einen Gastbeitrag auf meinem Blog zu schreiben. Und da sie auch tolle Bilder von Mitreisenden (diese sind namentlich in Klammern unter den Bildern genannt und haben die Veröffentlichung genehmigt) mitgebracht hat, möchte ich Euch daran teilhaben lassen. Seht und lest selbst…


Christiane Plate (Sabine Schiefke)

Andreas hat mir das Heft #Kuba zum Geburtstag geschenkt und mit den wunderbaren Bildern und netten Texten von Patrick Ludolph wurden die Erinnerungen an meine eigene Kubareise im November 2015 wieder sehr lebendig. Und so entstand die Idee, einen Gastbeitrag für Andreas‘ Blog zu schreiben.

 

 

Vergleich

Doch vorab ein kleiner Vergleich der beiden Reisen: Patrick ist mit einem Freund ganz selbstorganisiert durch Kuba gereist, um sich „das Kuba seiner Träume unbedingt anzuschauen“ (ehe der stattfindende Wandel sich zu stark bemerkbar macht). Ich hingegen bin im Rahmen einer Salsa-Tanzreise mit Salsa am Meer nach Kuba geflogen, um „morgens-mittags-abends“ Salsa mit “native dancers“ zu tanzen. Beide Reisen verbindet, dass sie sich abseits des touristischen Angebotes bewegten und auch ich viele besondere Einblicke in das tägliche Leben der Kubaner haben durfte. Da sich Erinnerungen und Ideen in meinem Kopf überstolpern und den Rahmen eines Gastbeitrages sprengen würden, ergänze ich sozusagen die Texte von Patrick  mit meinen entsprechenden Erlebnissen und einigen Fotos.

 

Havanna, unsere Tanzlehrer/innen (Sabine Schiefke)

Che Guevara

Wir verbinden Kuba eigentlich immer mit Fidel Castro. Konterfeit jedoch ist allenthalben, mal riesig in Metall an einem Hochhaus, mal klein in bunten Farben an einem Privathaus, mal frisch gemalt, mal ziemlich ramponiert: Che guevara, der von 1956 bis 1959 zusammen mit Fidel Castro ein zentraler Anführer der Rebellenarmee war. Noch heute, fast 60 Jahre später, ist sein Abbild viel häufiger anzutreffen als das Fidels.

 

#Plattfuß

Unsere Route führte von Havanna (1 Woche) über Vinales (2 Tage) nach Trinidad (5 Tage). Wir waren 17 Personen und haben alle Fahrten mit PKW’s gemacht. Zwar (etwas) moderner als die Oldtimer-Taxis in Havanna, aber durchaus auch schon sehr beansprucht. Von Vinales starteten wir mit 2 Jeeps und einem gelben Taxi. Das Verstauen des Gepäcks war frühmorgens schon das erste Abenteuer, aber schließlich war alles irgendwie in die Kofferräume gepresst und auf den Autodächern festgezurrt und wir saßen wie die Ölsardinen in den Wagen. Los ging es aus dem Tal heraus durch die Hügel Richtung Osten. Nachdem wir etwa eine halbe Stunde unterwegs waren, überholte uns an einer langen Steigung das Taxi, der Fahrer wild gestikulierend. Unser Wagen wurde langsamer und schon zogen dunkle Qualmwolken an den Fenstern entlang nach vorne. Die Bremsen brannten! Na prima! Wir alle raus und in die pralle Sonne am Straßenrand. In the middle of nowhere. Währenddessen kramte unser Fahrer unter seinem Sitz einen öligen Lappen mit ein paar (wirklich nur ein paar!) Werkzeugteilen hervor, mit denen er unter den Wagen kroch und anfing zu basteln. Bald schon stellte jemand die bange Frage: wie lange wird das wohl dauern??  Von einer halben Stunde bis „den ganzen Tag“ wurde alles geboten. Zum Glück hatte er dann doch recht schnell den Wagen wieder fahrtüchtig und wir konnten weiterfahren.

Die Bremsen brennen (Marc Z.)

Abgewrackt in Vinales (Marc Z.)

Autobahn

Kubas Autobahnen (Sabine Schiefke)

Da mich die kubanische Autobahn sehr fasziniert hat, hier nun doch ein paar Worte dazu. Das deutsche Regelwerk für Autobahnen ist auf Kuba in keinster Weise anwendbar!!! Die Betonpiste, zwei- manchmal dreispurig, zieht sich schnurgerade durch die Landschaft – und ist – völlig autoleer. Dafür sieht man (gelegentlich): Radfahrer, klapperige Lastwagen, Pferdekarren, … Vor uns überquerte ein Pferdewagen alle Fahrbahnen und den Mittelstreifen, um gegenüber im Gebüsch zu verschwinden. Am Straßenrand immer wieder Leute mit Geldscheinen in der Hand, die eine Mitfahrgelegenheit suchen. Im Schatten großer Bäume gelegentlich Motorradstreifen. Am faszinierendsten war der Zwiebelzopfverkäufer, der in der prallen Sonne auf dem Mittelstreifen stand (mitten im nicht vorhandenen Verkehr) auf seinen Stock gestützt stand. Unsere Taxen fuhren meistens ganz links auf der völlig leeren Autobahn. Es hat eine Weile gedauert, bis mir aufging, daß die (längst aufgegebenen) Stoßdämpfer hier am wenigsten mit Schlaglöcher zu kämpfen hatten.

#Kreisverkehr – die letzte Fahrt – zum Flughafen!

„….  Holla! So richtig wohl war mir dabei …. nicht, …“

Drei deutsche Frauen mitsamt Gepäck ins Taxi gequetscht, keine spricht mehr als die obligaten 3 Worte Spanisch (Si. No. Un cafè con leche por favor) fahren in der Dunkelheit aus Havanna raus zum Flughafen. Der Taxifahrer, ein junger Bursche, spricht nur spanisch. Die Fahrt ist lang und auf einmal biegt er ab auf eine Tanke. Aber er tankt nicht, sondern geht in den Laden. Spätestens als er nach hinten in die Gässchen von der Tankstelle wieder runter fährt, wird uns mulmig. Aber – es passiert nichts. Gefühlt fahren wir schon ewig, als doch die ersten Schilder Richtung Flughafen auftauchen. Der Preis war vorher vereinbart und unsere Weisung: immer erst am Ende zahlen. Mit Sicht auf den Flughafen hält er an und verlangt das Geld. Es wird eine ganze Weile hin- und her geradebrecht, bis uns dämmert, dass er illegal fährt und das Geld vorher haben will, damit die Bezahlung am Flughafen nicht beobachtet werden kann. Also legen wir zusammen und schieben ihm das Geld kurz vorher zu. So lief dann doch alles glatt und wir sind heile am Flughafen angekommen.

#Zigarren

Zigarrenfabrik in Trinidad; Zigarren de Luxe (Sabine Schiefke)

Anders als Patrick hatten wir das große Glück, eine Zigarrenfabrik (bei uns würde man wohl eher sagen: Manufaktur) zu besichtigen. Ein paar Reihen mit Arbeiterinnen und Arbeitern, alles sehr überschaubar. Und wie überall auf Kuba: sämtliches alt, abgenutzt und vielfach repariert und geflickt. In den beiden ersten Reihen wurden Zigarren hoher Qualität hergestellt – ausgesuchte, vollständige Tabakblätter und Naturleim, ca. 180 Stück pro Tag und Arbeiterin. Alle übrigen Arbeiter/innen stellten Zigarren minderer Qualität aus Blatt“bruch“ und mit synthetischem Kleber für den heimischen Markt her, ca. 250 pro Tag und Kopf. Und selbstverständlich konnten auch hier beim Chef Zigarren zu einem guten Preis erworben werden. (Und nein – die Zigarren werden nicht auf dem nackten Oberschenkel junger Frauen gerollt, sondern auf dem Arbeitstisch).

Zigarren für´s Volk (Marc Z.)

#Havanna

Havanna (oder besser: La Habana) ist mit über 700 km² und mehr als 2 Mio. Einwohnern eine sehr große Stadt.  Wir haben die 3 innerstädtischen Stadtteile Habana Vieja (DIE Altstadt, kolonial), Centro Habana (der Bereich um das Capitol, auch kolonial und Zentrum des touristischen Angebotes) und Vedado (ein neuerer Stadtteil) „erwandert“. Centro Habana ist der Teil, auf den sich Patrick bezieht. Dort reiht sich Laden an Boutique an Café an Restaurant. Dort stehen die auf hochglanzpolierten Oldtimer und an jeder Ecke versucht einen ein Ausrufer in’s beste Restaurant der Stadt zu lotsen.  Doch nur ein paar Straßen weiter Richtung Habana Vieja löst sich der Trubel auf. Man begegnet wenigen Fußgängern auf den schlaglöcherigen, aber unglaublich sauberen Straßen. Immer wieder trifft man freilaufende Hunde, allesamt höchstens kniehoch und völlig entspannt. Ihre zerknautschten Gesichter vermutlich Erbschaft der Schoßhündchen der amerikanischen High Society. Überraschend in einer kleinen Seitenstraße ein Markt für die Einheimischen, gelegentlich ein Bäcker, viele Bici-Taxis.

Wir wohnten ganz im Osten von Habana Vieja in einer privaten Unterkunft. Morgens ein halbstündiger Fußmarsch zur Tanzschule, bei bereits 30°C ein sportliches warming up. Dann zwei Stunden Unterricht, bis zur Schnappatmung, danach dann gleich weiter zur Stadtbesichtigung mit unserer Reiseleiterin Astrid und ihrem kubanischen Assistenten Junier. Und – Nostalgie hin oder her – ich finde Havanna sieht von oben aus wie ein einziger grauer Schutthaufen.

Markt in Havanna ohne Touristen (Sabine Schiefke)

Havanna Vieja (Sabine Schiefke)

Havanna (Marc Z.)

#Trinidad

 

Straßenverkauf Trinidad (Astrid Griep)

Ich habe zwar nicht so viele Orte auf Cuba gesehen wie Patrick, aber in Trinidad habe auch mich sofort verliebt. Wir wohnten in der Altstadt, die für Autos weitgehend gesperrt ist. Genau wie in Havanna: kaum zwei Straßen vom touristischen Zentrum entfernt ist es ruhig und die Straßen leer.

Trinidad (Sabine Schiefke)

Brot und Kuchen werden hier auf der Straße vom Fahrradgepäckträger (aus einem großen (natürlich alten) Pappkarton) verkauft. Wenn man den Ruf verpasst, war‘s das für den Tag oder man muss weit laufen. Viele kleine „Tür“-Läden, an denen man für die heimischen Pesos Obst, Fruchtsaft oder fettige kleine Pizzen kaufen kann. Und von der Dachterrasse der Blick zum Meer und auf den riesigen Avocado!Baum.

Grundschule in Trinidad (Astrid Griep)

Trinidad, Kinder beim Straßenverkauf (Sabine Schiefke)

Trinidad, Christiane kauft Bananen (Sabine Schiefke)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straßenzug Trinidad (Sabine Schiefke)

Trinidad, Blick über die Altstadt auf Iglesia Santisima (Marc Z.)

Ihr merkt es schon… Ich könnte noch stundenlang weitererzählen. Aber vielleicht wird mein Reise-Blog ja doch eines Tages Wirklichkeit…


Wenn Euch der Beitrag gefallen hat, freuen sich Christiane und ich natürlich sehr, wenn Ihr ihn mit den unten stehenden Buttons fleißig teilt. Und natürlich würden wir uns sehr über Ergänzungen und Hinweise in den Kommentaren freuen. War von Euch auch schon jemand auf Kuba oder will in Kürze dorthin?

 

 

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