Mondphasencollage

Vollmondbild detailreich

Der Mond ist, dank des ungewöhnlich schönen und klaren Wetters, oft zu sehen im April und Mai 2020. Zum Ostervollmond im April habe ich begonnen, den Mond zu fotografieren. Ich habe dabei Serien von 10 – 20 Bildern aufgenommen und diese zu detailreichen Bildern zusammengesetzt. Daraus habe ich dann eine Collage des Mondes mit den einzelnen Mondphasen zusammengesetzt. Vorgehen und Ergebnis könnt ihr in diesem Beitrag lesen.

Vorgehen

Für die Fotos des Mondes habe ich zunächst mit der App Mondverlauf (Android kostenlos) ermittelt, wann die Mondaufgangs- und Untergangszeiten sind. Dabei nutzte ich beim zunehmenden Mond eher die Untergangszeiten und beim abnehmenden Mond eher die Aufgangszeiten. Dies ist deshalb interessant, weil der Mond in der Nähe des Horizonts größer erscheint. Allerdings wird es im Sommer gerade bei abnehmendem Mond schwierig, diesen bei Dunkelheit zu fotografieren. Die Dämmerung fängt im Juli doch schon ab 3:30 Uhr an.

Also habe ich mir den Wecker jeweils so gestellt, dass die gewünschte Position gepasst hat. Das gute Wetter im Frühjahr hat es so ermöglicht, fast jede Nacht eine Fotoserie schießen zu können.

Durchführung

Die Fotos habe ich meist von unseren Dachflächenfenstern, die entweder nach Südosten oder nach Nordwesten ausgerichtet sind, aufgenommen. Die Kamera habe ich auf ein Stativ gestellt und mit Kabelfernauslöser per Hand ausgelöst. Als Objektiv habe ich mein Nikon 105 mm f2,8 Makroobjektiv mit dem Nikon Telekonverter TC 2.0 III eingesetzt. Das ergibt 210 mm Brennweite bei Einsatz der NIKON D 750. Mit dem Liveview und der Vergrößerung habe ich manuell fokussiert und einige Testfotos gemacht. Die Blende habe ich bei F8 eingestellt. Die ISO bei 100 belassen. Die Belichtungszeit lag dann meist zwischen 1/80 und 1/250 Sekunde. Ich habe dabei versucht, eher zu unterbelichten. Das lässt sich in der Bearbeitung besser korrigieren und sorgt dafür, dass der Hintergrund auch bei nicht ganz dunklem Himmel fast schwarz ist.

Nach dem Finden der richtigen Einstellungen habe ich ca. 20 – 30 Bilder aufgenommen. Nach ca. 5 Bildern habe ich jeweils den Fokus neu eingestellt und ggf. die Position des Mondes in der Bildmitte korrigiert.

Detailreiche Mondfotos

Nach der Aufnahme der Bilder bin ich nach der Vorgehensweise aus dem Buch von Katja Seidel vorgegangen, in dem beschrieben wird, wie man aus mehreren Mondfotos durch zusammenstacken ein detailreiches Foto des Mondes erzielt. Wer sich für weitergehende Infos interessiert, dem sei das Buch empfohlen. In Kürze nur soviel.

  1. Die Fotos werden in Lightroom geladen
  2. Es werden die schärfsten Bilder ausgewählt (ca. 5- 10 Stück)
  3. Die Bilder werden grob bearbeitet (Lichter und Schatten angepasst und der Ausschnitt gewählt)
  4. Dann werden die Bilder als TIFF-Dateien exportiert.
  5. Der entscheidende Schritt ist dann die Überlagerung mit Hilfe des Programmes „Registax“.
  6. Anschließend lädt man die so erzeugte Datei wieder in Lightroom, macht finale Anpassungen und gibt das Ergebnis dann als jpg-Datei aus.

Zusammenfügen der Bilder mit Photoshop

So haben sich im Laufe des Frühjahrs und Sommers detailreiche Mondbilder ergeben, die die verschiedenen Mondphasen zeigen. Der nächste Schritt ist nun die Erstellung einer Mondcollage, die den Verlauf der unterschiedlichen Mondphasen darstellt.

Mondsichel detailreich ca. 9%
Zunehmender Halbmond detailreich

Dazu habe ich in Photoshop einen schwarzen Hintergrund mit einer Auflösungvon 6000 x 4000 Pixeln erstellt. Auf diesen habe ich dann die jeweils erzeugten detailreichen Mondbilder gelegt und mit einer Maske den Mond jeweils weitestmöglich freigestellt. Da die Bilder in der Größe leicht variieren habe ich mit dem Transformierenwerkzeug ggf. die Größe etwas angepasst. Dann habe ich die jeweilige Ebene an die passende Position gestellt.

Um eine ausgeglichene Farbgebung und Helligkeit zu erreichen habe ich zum Schluss eine Einstellungsebene Schwarzweiß darübergelegt und anschließend mit einer Einstellungsebene Farbkorrektur die Tönung entsprechend von schwarzweiß in Richtung gelb leicht korrigiert.

Mondcollage oval

Verschiedene Varianten

Natürlich gibt es bei ca. 20 Aufnahmen, die so entstanden sind, verschiedene Möglichkeiten der Präsentation. Naheliegend ist eine kreisrunde oder ovale Präsentation, da dies den immer wiederkehrenden 28 tägigen Zyklus des Mondes am besten darstellt.

Moncollage diagonal

Aber natürlich machen auch bogenförmige oder Präsentationen mit nur wenigen charakteristischen Mondphasen Sinn. Da kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Fazit

Der Mond als ständiger Begleiter fasziniert bei näherem Hinsehen jeden. Gerade weil er allgegenwärtig seine Bahn um die Erde zieht, ist es schon interessant einmal die Details in den Blick zu nehmen.

Die klaren Himmel dieses Frühjahrs und Sommers luden besonders dazu ein, die Mondphasen fotografisch einzufangen.  Die digitale Technik ermöglicht es, den Mond ohne besondere Technik detailreich abzubilden.

Eine Collage ermöglicht es dann den zeitlichen Verlauf der Veränderung in einem Bild zu zeigen.

Links

  1. Katja Seidels Webseite: Nachtlichter

2. Katja Seidel Buch Rheinwerkverlag

3. Registax Seite

4. Androidapp Mondphase

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