Lanzarote – Teil 2

Papagayo Strände

Nachdem wir uns nach den ersten Tagen gut eingelebt haben, wie Ihr in meinem Teil 1 des Berichtes über die Lnazarotereise lesen könnt, erzähle ich Euch im Teil 2 unsere Eindrücke über die letzten 3 Tage auf der Insel.

Tag 4 Playa del los Papagayos

Am Strand

Eine Bekannte hat uns im Vorfeld schon von den Stränden im Süden der Insel vorgeschwärmt: den Papagayo Stränden. Dies ist eine Kette von sehr schönen Badebuchten mit hellem feinkörnigen Sand. Die Buchten sind von Asche und Lavafelsen begrenzt. Von hier sieht man zur Nachbarinsel Fuerteventura hinüber. Die Strände zu erreichen, war schon eine spezielle Erfahrung. Das gut ausgebaute Straßennetz endet am Zugang zu dem Schutzgebiet. Ein Kassierer sammelt 3 Euro ein und dann darf man mit seinem Fahrzeug bis zu einem Parkplatz fahren und von da die insgesamt 6 Buchten besuchen. Doch die Piste bis zu den Parkplätzen ist für Mensch und Maschine eine echte Tortur. Eine Schotterpiste mit Rinnen, Schlaglöchern, die den Namen verdient haben und Staub.

Möwe

Beim nächsten Mal nehmen wir lieber den Fußmarsch bis dahin in Kauf. Aber es lohnt sich. Das Wasser ist glasklar und die Badebucht sanft abfallend. Die Brandung ist toll und die Wassertemperaturen noch angenehm. Wir haben uns ein nettes Plätzchen gesucht und uns unterhalb eines Felsens niedergelassen, der etwas Schatten bietet. Dort haben wir bis zum späten Nachmittag verweilt, sind ab und an baden gewesen und haben es uns gut gehen lassen. Den Tag haben wir in einem netten Strandrestaurant ausklingen lassen. Hoch über den Stränden hat uns der Anblick der niedergehenden Sonne gefesselt. Bei einem leckeren Café con leche und einem Eis haben wir den Tag ausklingen lassen. Als Highlight hat uns dann der Sonnenuntergang begeistert. Wolken und untergehende Sonne bieten immer ein besonderes Schauspiel. Die Ruine einer alten Befestigungsanlage war dann ein schönes Motiv für Fotos. Und auch die Feuerberge im Hintergrund bieten ein tolles Farbenspiel in der einbrechenden Dunkelheit.

Blick vom Strand Richtung Norden
Strand bei Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Ruine bei Sonnenuntergang

Ein schöner erholsamer Strandtag neigt sich dem Ende. Den Abend verbringen wir wieder in einem Fischrestaurant in Costa Teguise.

Tag 5 Wandern Guinatetal

Guinatetal

Nachdem wir vor einigen Tagen im Gebiet um das Mirador del Rio unterwegs waren, haben wir uns eine Wanderung im Guinatetal herausgesucht. In Guinate geht’s los durch das sanft ansteigende Tal. Hier werden auf verschiedenen Feldern Kartoffeln und Zwiebeln angebaut. Aufgrund der Lage direkt am Famarakliff ist es hier etwas feuchter als weiter im Osten. Wenn es zu Niederschlägen kommt, dann hier. Der Weg zieht sich am rechten Talrand entlang und steigt gegen Ende ein Stück steil an zu einem Joch zwischen dem Guinatetal und dem Steilhang des Famarakliffs. Das ist schon extrem, wenn man über den Rand des Kliffs schaut geht es gut 500 m fast senkrecht in die Tiefe zum Meer. Der Ausblick ist grandios. Der Weg biegt dann scharf nach links ab und führt oben auf dem Famarakliff in sicherem Abstand zum Abgrund zurück nach Guinate. Zum Schluss geht es nochmal auf unbezeichnetem Weg bergab vorbei an einer Schäferhüttenruine, die herrlich liegt mit Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa.

Blühende Aloevera-Pflanze
Guinatetal Panorama
Blick zum Mirador del Guinate

Nach der Wanderung sind wir dann in den Norden nach Orzola gefahren und sind dort durch Lavafelder bis zum Wasser gelaufen. Man hat einen herrlichen Blick auf die durch den strammen Wind verursachte Brandung. Sehr beruhigend für die Seele und herrlich anzuschauen. Wir haben auch die Fähren nach La Graciosa beobachtet. Kleine Katamaranboote für ca. 40 Passagiere. Beim Zuschauen wie sie durch die hohen Wellen schaukeln haben wir schon gedacht, dass das unruhig aussieht. Trotzdem haben wir den Entschluss gefasst, morgen einen Tag auf der Nachbarinsel zu verbringen.

Blick Richtung La Graciosa

Tag 6 La Graciosa

La Graciosa

Also sind wir am 6. Tag nach Orzola gefahren und haben kurz entschlossen die Vormittagsfähre nach La Graciosa genommen. Was sich tags zuvor aus der Ferne so wackelig ausgemacht hat, ist dann tatsächlich gar nicht so schlimm. Wir haben uns an den tollen Aussichten erfreut und nachdem wir um die Felsenspitze von Lanzarote geschaukelt sind, hat sich der Wellengang zunehmend beruhigt und nach ca. 30 Minuten sind wir im Hafen von La Graciosa angekommen.

Überfahrt nach La Graciosa

Nach der Landung des Bootes verlaufen sich die Fahrgäste sehr schnell. Einige steuern erstmal ein Café oder Restaurant an. Die meisten machen sich aber auf den Weg durch den Sand zu den weitläufigen Stränden. Hier findet jeder ein Plätzchen, an dem er für sich sein kann mit Meer, Wind, Sand und Wellen.

Auch wir haben uns ein Plätzchen ca. 2 km südwestlich am Strand gesucht. Ein wenig windgeschützt zwischen Felsen und Steinen. Natürlich sind wir erst einmal schwimmen gegangen. Der Weg ist Wasser ist steinig aber sehr sanft abfallend, so dass man gut hinein und wieder hinauskommt. Herrliche Bedingungen. Nach dem Bad im Atlantik ist es jedoch sinnvoll sich schnell um ein Handtuch zu kümmern, da der kräftige Wind doch stark für Abkühlung sorgt. In der windgeschützten Mulde wärmt man sich aber schnell wieder auf.

Hafen von La Graciosa

Ich habe derweil meine Kamera auf dem Stativ platziert und mit dem Pro Timer 2.0 eine erste Zeitraffersequenz aufgenommen. Der Ausblick zum Vulkan und zum Famarakliff bieten ideale Motive für Zeitraffer. Zusätzlich ziehen ständig Wolken über die Szenerie. Allerdings sind die zum Teil so schnell unterwegs, dass man mit Intervallen von 3 und 2 Sekunden Sequenzen bekommt, in denen die ziehenden Wolken zu schnelle Bewegungen machen.

In der Kirche auf La Graciosa
Rückfahrt – Famara Kliff
Norkap von Lanzarote

Tag 7 Jameos del Agua

Jameos del Agua

Das Ende unserer Reise nach Lanzarote kommt wieder viel zu schnell. Da der Flieger aber erst am späten Nachmittag abheben soll, haben wir noch einen halben Tag für Unternehmungen. Also sind wir nochmals in den Norden aufgebrochen und haben uns das 2. Höhlenareal Jameos del Agua angesehen. Kern des Ganzen ist ein Höhlenabschnitt einer Lavahöhle. Diese ist mit Wasser gefüllt. Nicht jedoch mit Süßwasser, sondern mit Meerwasser. Die Höhle ist unterirdisch mit dem Meer verbunden. Sie weist außerdem eine Besonderheit auf. In dem Wasser leben weiße Krebse, die sonst nur in großer Tiefe vorkommen. Sie wurden wohl irgendwann nach dem Ausbruch durch eine Meeresströmung in die Höhle gespült und leben seitdem dort. Vor einigen Jahren jedoch drohten sie auszusterben. Grund war – wie könnte es anders sein – der Mensch. Touristen warfen Geldstücke als Glücksbringer in den Höhlenteich. Das Problem war, dass durch das Salzwasser die kupferhaltigen Münzen Schwermetalle ins Wasser abgeben, die den Lebewesen darin nicht gerade zuträglich sind. Als dies erkannt wurde, verbot man das Werfen von Münzen. Die meisten halten sich inzwischen auch daran. Und seitdem vermehren sich die Krebse auch wieder.

Weißer Krebs

Die Anlage ist, wie die anderen Anlagen von Manrique entworfen und passt sich wunderbar in die Landschaft ein. Den Rest unserer Zeit verlebten wir am Strand.

Video Lanzarote 2018

Nachfolgendes Video zeigt ein paar Eindrücke von Lanzarote und als Zeitraffer von La Graciosa. Leider ist alles ein wenig wacklelig. Ohne Stativ und aus der Hand und ohne Stabilisiereung. Trotzdem viel Spaß. Das nächstemal mit der Gopro7 black oder mit Stativ…

Lanzarote 2018

Fazit

Lanzarote ist eine Reise wert. Was hat mich am meisten beeindruckt:

Lanzarote ist eine sehr naturnahe Insel. Durch die extreme Trockenheit hat sich der vulkanische Charakter über Jahrhunderte erhalten ohne das ein Ausbruch standgefunden hat.

Cesar Manrique hat der Insel seinen Stempel aufgedrückt. Viele Sehenswürdigkeiten sind durch ihn erschlossen worden und sind heute die Attraktionen der Insel.

Ohne den Einsatz von Cesar Manrique wäre das touristische Interesse und der Schutz der Naturschätze nicht möglich gewesen.

Man muss sich die herbe Schönheit der Insel erarbeiten.

Eigentlich habe ich gehofft, hier den südlichen Sternenhimmel fotografieren zu können. Das geht leider nicht so gut. Grund hierfür sind zwei Punkte:

  • Erstens gibt es in dieser Jahreszeit relativ viele Wolken, insbesondere nachts.
  • Zweitens sind die Berge auf Lanzarote maximal 500 m hoch. Das heißt sie sind immer unterhalb der Wolken. Warum Teneriffa da besser geeignet ist, haben wir auf dem Rückflug erlebt. Als wir gestartet sind haben wir die Wolkendecke durchstoßen und den Teide als einzigen Berg weit und breit aus der Wolkendecke ragen sehen.
Pico del Teide aus den Wolken ragend
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